Als Regenwald bezeichnet man ein in sich geschlossenes Wald-Ökosystem. Charakteristisch für den Regenwald sind ganzjährig Temperaturen über 20 Grad und ein feuchtes Klima mit mehr als 2000 mm Niederschlag im Jahresdurchschnitt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen tropischen und gemäßigten Regenwäldern.
Gemäßigter Regenwald
Der Name verrät es: Der gemäßigte Regenwald ist ausschließlich in der gemäßigten Klimazone zu finden. Da als “Regenwald” Gebiete mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge über 2000 mm bezeichnet werden, ist ein gemäßigter Regenwald nur an den Hängen von Küstengebirgen denkbar, wo der Steigungsregen für die benötigten Niederschläge sorgt. Größere gemäßigte Regenwälder befinden sich in Nordamerika, Neuseeland und Tasmanien.
Tropischer Regenwald
Tropische Regenwälder können auf allen Kontinenten rund um den Äquator bis etwa zum 10. Breitengrad entstehen. Der größte tropische Regenwald befindet sich im Amazonasbecken. Zugleich stellt dieser Regenwald mehr als die Hälfte der Gesamtfläche aller tropischen Regenwälder. Auch in Indonesien sowie im Kongobecken gibt es große tropische Regenwälder.
Wichtigstes Merkmal der tropischen Regenwälder sind die hohen Niederschlagsmengen, die vor allem in den Regenzeiten im Frühjahr und Herbst hoch sind. Die schnelle Verdunstung der Feuchtigkeit durch die tropischen Temperaturen sorgt erneut für starke Niederschläge. Eine Trockenzeit gibt es daher in tropischen Regenwäldern nicht.
Tropische Regenwälder sind immergrün und wachsen im charakteristischen Stockwerkbau, d.h. dass vom Wurzelwerk dicht über dem Boden bis zu den Baumwipfeln in bis zu 40m Höhe auf jeder Stufe Pflanzen unterschiedlicher Größe zu finden sind.
Bedeutung der Regenwälder
Ob tropischer oder gemäßigter Regenwald – die Bedeutung für das Klima auf der Erde ist nicht zu unterschätzen. Die gewaltigen Waldmassen sorgen für den reibungslosen Ablauf der Kohlenstoffdioxidumwandlung in Sauerstoff durch Photosynthese. Außerdem fördern sie die Verdunstung und sind somit für die Entstehung von Wolken und die Abkühlung des Klimas weltweit verantwortlich. Ein Verschwinden der Regenwälder hätte einen Anstieg der Erdtemperatur zur Folge.
Nichtsdestotrotz werden tägliche riesige Mengen des Regenwalds gerodet, um Platz für neue Städte zu schaffen und den Holzbedarf der Menschheit zu decken. Das Holz des Regenwaldes wird in Papier- und Möbelfabriken verarbeitet oder zur Brennstoffherstellung benutzt. Die Langzeitfolgen für das Klima sind verheerend.
Ein weiteres Problem der Abholzung ist der Verlust hunderter Tierarten. Durch den Stockwerkbau in tropischen Regenwäldern herrschen in allen Stufen der Fauna unterschiedliche ökologische Bedingungen, die so nirgendwo sonst auf der Welt zu finden sind. Eine Folge ist die Entstehung zahlreicher Tierarten, die extrem spezialisiert auf ihren Lebensraum sind. So führt schon die Abholzung eines verhältnismäßig kleinen Bereichs im Regenwald zur Ausrottung zahlreicher Tierarten.